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Auf dieser Seite finden sich die wichtigsten Begriffe aus der Welt der Lochkamerafotografie mit einer kurzen Erläuterung.

Anamorphose / Auflösung / Belichtungsmesser / Beugung / Beugungs-Unschärfe / Bildkreis / Bildwinkel / Blende / Brennweite / Camera Obscura / Dosenkamera / Drahtauslöser / Entwickeln / Filmformat / Fixieren / Geometrische Unschärfe / interne Reflexion / Lochkamera / Mehrlochkamera / Metallfolie / Negativ / Negativgröße / Objektiv / Optimale Lochgröße / Panoramakamera / Pinhole / Planfilmkassette / Polaroid / Randlichtabfall / Rollfilm / Schärfentiefe / Schlitzkamera / Schwarzschildeffekt / Stativ / Tiefenschärfe / Umkopieren / Verschluß / Verzerrung / Zonenplatte


Wird laufend erweitert.

Blende
Als Blende B wird der Quotient aus Brennweite F und Lochdurchmesser D bezeichnet:

B = F / D

Näheres siehe unter Löcher


Beugung
Beugung (Diffraktion) nennt man die Abweichung von der gradlinigen Ausbreitung von Wellen an Hindernissen, Kanten und Öffnungen, besonders wenn deren Ausmaße vergleichbar mit der Wellenlänge oder kleiner sind. Beugung verfälscht die Abbildung optischer Instrumente, insbesondere die Auflösung und Schärfe.
Beugungs-Unschärfe
Die an den Rändern der Aufnahmeöffnung auftretende Beugung mindert die Qualität der Abbildung. Insbesondere Auflösung und Schärfe werden beeinträchtigt. Je kleiner das Loch ist, desto stärker wird die Beugungsunschärfe.

Siehe hierzu auch unter Löcher


Geometrische Unschärfe
Die Größe des Aufnahmelochs begrenzt die erzielbare Schärfe und Auflösung des Bildes. Nichts, das kleiner als das Loch ist, kann scharf abgebildet bzw. in Details aufgelöst werden.

Näheres siehe unter Löcher


Optimale Lochgröße
Je kleiner das Aufnahmeloch ist, desto geringer ist die geometrische Unschärfe. Je kleiner das Loch ist, desto stärker ist aber auch die Beugungsunschärfe. Die optimale Größe des Lochs ist dann gegeben, wenn beide Unschärfeursachen dieselbe Wirkung erzeugen.

Näheres siehe unter Löcher


Zonenplatte
Eine Zonenplatte wird in der Regel aus einem Stück Film hergestellt, auf welches konzentrische dunkle Ringe aufbelichtet wurden. Dieses Filmstück dient als "Objektiv", das jeweils nur die positiv interferierenden Wellen durchlaesst (also die bei denen der Gangunterschied ganzzahlig ist).
Im Vergleich zur Lochkamera erhält man eine größere Lichtstärke. Leider haben Zonenplatten aber mehrere Brennpunkte (hängt vom kleinsten gemeinsamen Vielfachen der Gangzahlen aller Wellen ab), so daß man Bilder mit sehr deutlicher Unschärfe erhält. Sie sehen dann aus wie die bekannten Mädchen-Portraits von David Hamilton.
Brennweite
Eine Brennweite im eigentlichen Sinn gibt es bei einer Lochkamera nicht (mangels entsprechender Linsen oder Spiegel). Der Begriff wird jedoch analog für den Abstand zwischen Loch und Film verwendet. Richtiger wäre der Begriff "Bildweite".
Randlichtabfall
Sehr weitwinklige Lochkameraaufnahmen zeigen von der Bildmitte weg einen zunächst schwachen, dann immer deutlicher werdenden und schließlich zu einer sehr starken Abdunklung der Aufnahme führenden Helligkeitsabfall. Bei einer normal belichteten Aufnahme führt dies zu einem nutzbaren Aufnahmewinkel von ca. 125.
Für diese Erscheinung gibt es drei mögliche Gründe:
1. Bei ebener Filmfläche wächst der Abstand Film-Loch ausgehend von der Bildmitte stetig an. Damit wächst die Brennweite und die effektive Blende verringert sich. Kleinere Blende bedeutet geringere Lichtstärke und steigende Belichtungszeit. Bei auf die Bildmitte berechneter Belichtungszeit werden die äußeren Bereiche der Aufnahme also zunehmend unterbelichtet.
2. Die Aufnahmeöffnung (das Loch) ist nur für senkrecht zur Filmebene einfallendes Licht (also für die Bildmitte) kreisrund. Je weiter man von dieser Senkrechten abweicht, umso mehr verändert sich scheinbar das Loch. Es wird elliptisch, wobei sich die zur Einfallsrichtung des Lichts gerichtete Halbachse der Ellipse umso mehr verkürzt, je weiter der Einfallswinkel von der senkrechten abweicht. Das Loch wird scheinbar immer kleiner, es kann weniger Licht passieren und die Randbereiche der Aufnahme werden zunehmend dunkler.
3. Bei zu dickem Material für das Loch tritt der Tunneleffekt auf.
Schärfentiefe
Mit diesem Begriff (von manchen auch fälschlich "Tiefenschärfe" genannt) wird der Bereich umschrieben, der auf dem Film scharf abgebildet wird. Während Linsenobjektive in der Regel nur eine beschränkte Schärfentiefe haben, die umso geringer wird, je länger die Brennweite ist, haben Lochkameras eine praktisch unendliche Schärfentiefe.
Näheres siehe unter Löcher
Schwarzschildeffekt
Fotografische Materialien unterliegen einem Effekt, der zuerst von dem deutschen Astronomen Karl Schwarzschild erkannt wurde. Bei Belichtungszeiten, die länger als etwa 1 Sekunde sind, gilt das Reziprozitätsgesetz nicht mehr. Dieses besagt, daß auf den Film einfallende Lichtmenge und erforderliche Belichtungszeit umgekehrt proportional sind. Fällt beispielsweise die halbe Lichtmenge ein, verdoppelt sich die erforderliche Belichtungszeit. Fällt die doppelte Lichtmenge ein, halbiert sich die Belichtungszeit. Diese Regel gilt bei üblichen Filmmaterialien etwa zwischen 1/10000 Sekunde und 1/2 bis 1 Sekunde.
Bei längeren Belichtungszeiten gilt dieses Gesetz jedoch nicht mehr. Bei geringer werdender Lichtmenge wird die erforderliche Belichtungszeit unproportional länger. Informationen hierzu bekommt man üblicherweise durch die Datenblätter der Filmhersteller. Eine Hilfe zur Ermittlung der Belichtungszeit bietet auch der Artikel von Dieter Lefeling zum Schwarzschildeffekt (Datei s-effekt.pdf).
Der Schwarzschildeffekt tritt auch bei Fotopapieren auf, allerdings erst ab Belichtungszeiten von ca. 1 Minute. Papiere unterscheiden sich in dieser Hinsicht allerdings erheblich stärker als Filme.
Pinhole
pin (englisch) = Nadel, Bolzen - Ein pinhole ist ein Loch, das mit der Spitze einer dünnen Nadel erzeugt wurde. Dieses Loch wird als Aufnahmeobjektiv in der Lochkamerafotografie verwendet. Ein unmittelbares deutsches Pendant gibt es nicht (ev. "Lochblende"). Der Begriff wird daher auch manchmal in deutschen Texten verwendet.
Bildkreis
Der Bildkreis ist der Durchmesser des Lichtkegels, den das Loch Richtung Film projeziert. Der Bildkreis sollte im Abstand des Films größer als das Filmformat sein, um Vignettierung zu vermeiden. Nachstehende Formel geht von einem erfahrungsgemäß maximal nutzbaren Bildwinkel von 125 aus.

Bildkreis = Brennweite * 3.84
Bildwinkel
Der Bildwinkel ist der Teil des Bildkreises, der das Negativ überdeckt und bestimmt damit den Ausschnitt des Objekts, den man auf dem Film erhält. Bildwinkel um 40 Grad werden als Normalansicht angesehen und entsprechen etwa dem natürlichen Seheindruck. Bildwinkel über 50 Grad werden als Weitwinkel, unter etwa 30 Grad als Teleansicht bezeichnet.

Bildwinkel = 2 * arctan(Filmformat / (2 * Brennweite))

Zuletzt aktualisiert am: 07.12.2002